Familienleben

Familienberatung fordert die Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstliebe & mehr aller Familienmitglieder – Eine Übersicht über alle meine Blogartikel rund um die Thema Familienleben und Familienberatung allem was dazu gehört. Julia Geyer Psychologische Beraterin

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Muttersein: Wenn Verantwortung alles füllt und du selbst darin kaum noch vorkommst

Ich sitzte hier gerade im Cafe mit meiner Freundin. Am Nachbartisch sitzt eine deutlich gestresste Frau, unruhig. Sie blickt zu uns und wir kommen ins Gespräch, dann sagte sie einen Satz „Diese Verantwortung füllt alles, nur mich nicht“. Ich wusste sie ist damit nicht allein. Dieser Blogartikel ist für alle starken Mütter dadraußen. Du wachst auf… und bist eigentlich schon müde. Nicht diese offensichtliche Müdigkeit nach einer zu kurzen Nacht. Nicht dieses „Ich brauche dringend Kaffee“. Sondern eine tiefere, schwerere Erschöpfung, die sich schon meldet, bevor der Tag überhaupt begonnen hat. Dein Körper liegt noch im Bett, vielleicht ist es draußen still, vielleicht schläft der Rest der Familie noch. Und trotzdem ist dein Inneres längst wach. Gedanken tauchen auf, ungefragt, selbstverständlich: Wer muss heute wohin? Was steht an? Wo braucht es Aufmerksamkeit, damit nichts kippt? Was darf ich nicht vergessen? Müdigkeit dein treuer Begleiter Du merkst es vielleicht gar nicht bewusst, aber dein System ist bereits im Arbeitsmodus. Diese Art von Müdigkeit entsteht nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis von vielen Tagen, Wochen, Jahren, in denen du Verantwortung trägst. Still, zuverlässig, präsent. Verantwortung für Kinder, für Abläufe, für Stimmungen, für das große Ganze. Du bist diejenige, die den Überblick behält. Die vorausahnt. Die auffängt, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Und genau deshalb beginnt dein Tag nicht mit dem ersten Schritt aus dem Bett, sondern mit Denken. Es ist ein leises inneres Anspannen. Kein Stress im klassischen Sinn. Eher ein dauerhaftes Bereitstehen. Du bist da. Du funktionierst. Und vielleicht fragst du dich manchmal, warum du dich schon morgens so erschöpft fühlst, obwohl objektiv noch nichts passiert ist. Die Antwort liegt nicht darin, dass du zu wenig schläfst oder zu viel willst. Sie liegt darin, dass dein Inneres kaum noch echte Pausen kennt. Hier findest du noch mehr zum Thema Schlafprobleme bei Stress: Die 5+1 unterschätzten Konsequenzen. Was bedeutet das eigentlich „Verantwortung“? Wenn wir von Verantwortung sprechen, denken viele zuerst an Aufgaben. An Termine, Organisation, Verpflichtungen. Doch das, was dich im Muttersein heute wirklich fordert, geht weit darüber hinaus. Verantwortung ist nicht nur das Tun. Sie ist vor allem eine ständige innere Präsenz. Ein permanentes Mitdenken, Mitfühlen, Vorausspüren. Du weißt, welches Kind heute sensibler ist als sonst. Du merkst Spannungen, bevor sie ausgesprochen werden. Du hast im Blick, was morgen ansteht, während du heute noch mitten im Geschehen bist. Du trägst nicht nur Verantwortung für Abläufe, sondern für Zusammenhänge. Für emotionale Balance. Für das Funktionieren eines Systems, das ohne deine innere Präsenz deutlich instabiler wäre. Das passiert nicht, weil du kontrollieren willst. Sondern weil du kompetent bist. Weil du Verantwortung übernehmen kannst. Weil du gelernt hast, dass vieles leichter läuft, wenn du es im Blick behältst. Diese Fähigkeit ist eine Stärke. Eine, die oft unsichtbar bleibt. Und genau darin liegt ihr Preis. Denn mentale Präsenz kennt keinen klaren Anfang und kein Ende. Sie lässt sich nicht einfach ablegen wie eine Tasche an der Tür. Selbst wenn du sitzt, selbst wenn du offiziell Pause hast, ist ein Teil von dir wachsam. Hörend. Spürend. Bereit. Und irgendwann wird aus dieser Dauerpräsenz eine stille Erschöpfung, die sich nicht mehr eindeutig zuordnen lässt. Weil sie überall ist. Und nirgends. Warum ist dieses Thema heute für Mütter so wichtig? Vielleicht, weil sich Muttersein verändert hat. Nicht unbedingt nach außen – aber nach innen. Die Anforderungen sind komplexer geworden. Mehr Informationen. Mehr Erwartungen. Mehr Vergleich. Mehr Unsichtbares. Neben der Sorge für Kinder trägst du oft auch mentale Verantwortung für Familie, Beziehung, Organisation, manchmal zusätzlich für Beruf oder Selbstständigkeit. Vieles davon läuft parallel. Vieles davon läuft still. Viele Mütter sind heute hochkompetent. Reflektiert. Belastbar. Sie wissen viel. Sie können viel. Und genau deshalb geraten sie leicht in einen Zustand, in dem sie lange funktionieren, ohne sich selbst noch wirklich mitzunehmen. Nicht aus Unachtsamkeit. Sondern aus Verantwortungsgefühl. Und irgendwann taucht sie auf, diese Frage, die kaum Platz bekommt: Und wo bleibe eigentlich ich? Sie kommt nicht laut. Sie drängt sich nicht auf. Sie taucht eher beiläufig auf, zwischen zwei Momenten des Innehaltens. Vielleicht abends, wenn endlich Ruhe ist. Vielleicht morgens unter der Dusche. Und oft wird sie genauso schnell wieder zur Seite geschoben, wie sie gekommen ist. Nicht, weil sie unwichtig wäre. Sondern weil gerade etwas anderes wichtiger scheint. Ein Kind. Ein Termin. Ein Alltag, der weiterläuft. Du stellst dich zurück – nicht aus Selbstvergessenheit, sondern aus Verantwortung. Und genau das macht dieses Thema heute so relevant. Weil viele starke Mütter beginnen zu spüren, dass sie selbst in ihrem Leben kaum noch Raum haben. Nicht als Rolle. Nicht als Funktion. Sondern als Mensch. Stark sein und erschöpft sein – wie passt das zusammen? Das ist einer der Punkte, der viele innerlich verwirrt. Du bist nicht am Ende. Nicht instabil. Nicht überfordert im offensichtlichen Sinn. Im Gegenteil. Du meisterst deinen Alltag. Du triffst Entscheidungen. Du trägst Verantwortung. Du bist leistungsfähig, reflektiert, klar. Und trotzdem ist da diese Erschöpfung, die sich nicht wegorganisieren lässt. Sie verschwindet nicht nach einem freien Abend. Sie löst sich nicht durch Urlaub. Weil sie nicht aus zu viel Tun entsteht, sondern aus zu viel innerem Halten. Du hast lange funktioniert – und gut funktioniert. Dein System hat gelernt, stark zu sein, wach zu sein, präsent zu sein. Aber Stärke bedeutet nicht, unbegrenzt belastbar zu sein. Sie bedeutet oft nur, dass man sehr lange durchhält. Und irgendwann meldet sich etwas in dir, das leise sagt: So wie bisher fühlt es sich nicht mehr ganz stimmig an. Das ist kein Zusammenbruch. Kein Drama. Eher ein Signal. Ein Hinweis darauf, dass du dich selbst in all dem wieder mehr mitnehmen möchtest. Nicht, um weniger zu leisten. Sondern um dich wieder zu spüren, während du lebst. Hier findest du noch mehr zum Thema Selbstliebe im Alltag stärken: Mehr Selbstwert trotz innerem Kritiker. Welche Rolle wird dieses Thema in Zukunft spielen? Ich bin überzeugt: Dieses Gefühl, das viele Mütter heute beschreiben, wird in den kommenden Jahren noch sichtbarer werden. Nicht, weil Mütter schwächer werden. Sondern weil sie bewusster werden. Weil sie beginnen, die inneren Kosten von Dauerverantwortung ernst zu

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Wie Erzählcafés Raum für Innere Klarheit schafft

Am 23. Januar ist es wieder soweit, unser Erzählcafé geht in die nächste Runde. Petra Bräu und ich haben uns diesmal ein ganz besonderes Thema ausgesucht: „Dein Lieblingsort / Kraftort.“ . Es ist unser Herzensprojekt, denn in meiner Beratung höre ich immer wieder, dass Leute über Missverständnisse und das ist meines Erachtens zu einem oft ein Zuhörproblem. Denn heutzutage sind wir ständig kommunizieren, über Chats, E-Mails und Sprachnachrichten, wird das echte Zuhören selten. Oft sind Gespräche oberflächlich oder von Zeitdruck geprägt. Doch es gibt Orte, an denen das anders ist: Orte, an denen Menschen erzählen dürfen, ohne bewertet, unterbrochen oder korrigiert zu werden. Ein Erzählcafé ist genau so ein Ort. Ein Raum der Achtsamkeit, in dem Zuhören und Erzählen zu einem tiefen, verbindenden Erlebnis werden und zu einem wertvollen Element in der Beratung. Was ein Erzählcafé ist und warum es so wohltuend wirkt Ein Erzählcafé ist kein Vortrag, kein Diskussionsforum und keine Therapiegruppe. Es ist ein geschützter Rahmen, in dem Menschen ihre Erfahrungen, Erinnerungen oder Gedanken miteinander teilen können, ganz ohne Leistungsanspruch oder Zielvorgabe. Vielleicht sitzen Sie an einem großen Tisch, mit einer Tasse Tee in der Hand. Jemand beginnt zu erzählen, von einem Moment, einer Erinnerung, einem Gefühl. Die anderen hören zu: offen, präsent, ohne zu kommentieren. Und plötzlich entsteht etwas, das im Alltag oft fehlt: Resonanz.Das Gefühl, wirklich gehört zu werden. Im Erzählcafé dürfen Geschichten fließen, Gedanken sich sortieren und Emotionen ihren Platz finden. Das Sprechen hilft, Erlebtes zu ordnen. Das Zuhören öffnet neue Perspektiven. Beides zusammen schafft Verbindung – zu sich selbst und zu anderen. Erzählmomente – kleine Pausen für Herz und Verstand Neben den großen Runden im Erzählcafé gibt es auch die Erzählmomente: kleine, bewusste Gesprächszeiten, die im Alltag oder in der Beratung genutzt werden können. Ein Erzählmoment kann mit einer einfachen Einladung beginnen: „Erinnerst du dich …“ Schon wenige Minuten reichen, um innezuhalten und das eigene Erleben in Worte zu fassen. Das bewusste Erzählen stärkt das Selbstverständnis, entlastet emotional und hilft, Erfahrungen einzuordnen. Zuhören – wirkliches, aufmerksames Zuhören – ist dabei genauso bedeutsam. Es vermittelt Wertschätzung und fördert Empathie – zwei Grundlagen, die in jeder beratenden und zwischenmenschlichen Begegnung entscheidend sind. Wie Erzählen deine Gedanken löst Das gesprochene Wort kann etwas lösen, das in Gedanken oft feststeckt. Wenn Menschen erzählen, entsteht Klarheit. Zusammenhänge werden sichtbar, Gefühle werden benennbar, Erlebnisse greifbar. In der psychologischen Beratung unterstützt das Erzählen dabei, die eigene Geschichte neu zu betrachten. Nicht selten verändert sich der Blickwinkel, wenn Worte ausgesprochen werden. Was zuvor belastend oder unverständlich erschien, bekommt Form und Struktur und damit auch einen neuen Platz im Inneren. Das Erzählen ist damit mehr als ein Gespräch. Es ist ein Prozess der Selbstklärung, des Verstehens und – manchmal – des Loslassens. Gemeinschaft und Resonanz – warum Zuhören zufriedener macht Ein besonderer Wert des Erzählcafés liegt im Miteinander. Wenn Menschen ihre Geschichten teilen, entsteht Resonanz: Ein Lächeln, ein Nicken, ein „Das kenne ich auch“. In diesen Momenten fühlen wir uns gesehen und verbunden. Diese geteilte Erfahrung wirkt stärkend, besonders für Menschen, die sich im Alltag oft überfordert oder allein fühlen. Gleichzeitig bleibt das Erzählcafé ein sicherer Raum: Niemand muss etwas preisgeben, das zu persönlich ist. Jeder darf so viel erzählen, wie sich gut anfühlt. So entsteht eine Balance aus Offenheit und Schutz, aus Nähe und Respekt – eine Atmosphäre, die Vertrauen wachsen lässt. Fünf gute Gründe, warum Erzählen gut tut Im Mittelpunkt steht nicht das perfekte Wort, sondern das echte Gespräch. Einladung zum Erzählcafé – Raum für echte Begegnung Vielleicht spüren Sie beim Lesen den Wunsch, einmal selbst zu erzählen oder einfach zuzuhören. In unserem Erzählcafé biete ich genau diesen Raum: einen geschützten Rahmen, in dem Worte entstehen dürfen langsam, ehrlich und wertfrei. Wir treffen uns in einer kleinen Gruppe, mit achtsamen Impulsen, Zeit für Gespräche und Raum für Stille. Es braucht keine Vorerfahrung, nur Offenheit und Neugier auf die Geschichten des Lebens. Wenn Sie dabei sein möchten, finden Sie alle Informationen und Termine. Das nächste Erzählcafé findet am Januar 2026 um 16.00 – ca. 17.30 Uhr online via Zoom statt. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, sich eine kleine Auszeit zu gönnen: zuzuhören, zu erzählen und einfach Mensch zu sein. Fazit: Erzählen als Brücke zwischen Innen und Außen Erzählen verbindet uns mit uns selbst und miteinander. Im Erzählcafé darf das geschehen, was im Alltag oft zu kurz kommt: echtes Zuhören, ehrliches Mitteilen, stilles Verstehen. Es ist kein Ort für perfekte Worte, sondern für wahre Begegnung. Ein Ort, an dem Geschichten leise wirken und manchmal mehr bewegen, als wir denken.

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wenn kinder emotional „hochdrehen“ – zusammen durch die intensive vorweihnachtszeit Julia Geyer

Wenn Kinder emotional „hochdrehen“ – Zusammen durch die intensive Vorweihnachtszeit

Die Vorweihnachtszeit klingt in der Theorie so gemütlich. Lichterketten. Kakao. Plätzchenduft. In der Realität fühlt sie sich für viele Familien eher an wie ein Dauerlauf mit Glöckchen. Für Kinder ist diese Zeit emotional extrem dicht – und für uns Eltern oft gleich mit. Vielleicht kennst du das: Dein Kind reagiert plötzlich viel schneller gereizt, weint scheinbar „grundlos“, wird wütend, laut oder völlig überdreht. Einschlafen dauert ewig. Übergänge eskalieren. Und irgendwo zwischen Brotdose, Adventskalender und To-do-Liste denkst du erschöpft: „Warum ist das gerade alles so anstrengend?“ Die kurze, ehrliche Antwort: Weil Kinder in der Vorweihnachtszeit emotional überflutet sind.Und weil sie noch etwas ganz Entscheidendes brauchen: Bindung statt Begrenzung. Warum Kinder gerade jetzt emotional „hochfahren“ Kinder erleben die Welt ungefiltert. Alles kommt direkt im Nervensystem an. Die Vorweihnachtszeit bringt: Ihr Nervensystem ist damit schlicht überfordert. Und was machen Kinder, wenn sie überfordert sind? Sie zeigen es. Laut. Unkoordiniert. Emotional. „Kinder sind nicht schwierig, sie haben es schwierig.“ Das ist kein Fehlverhalten. Kein Erziehungsproblem. Kein Zeichen von mangelnder Konsequenz. Es ist ein Stresssignal. Bindungsorientiert bedeutet hier: Wir versuchen nicht, dieses Signal zu unterdrücken, sondern es zu verstehen. Bindung vor Verhalten – ein Perspektivwechsel Viele von uns haben gelernt, auf Verhalten zu reagieren: „Hör auf.“ – „Reiß dich zusammen.“ – „Jetzt ist aber genug.“ Bindungsorientiert schauen wir tiefer. Wir fragen uns: Was braucht mein Kind gerade, um sich wieder sicher zu fühlen? Denn Regulation passiert nicht über Worte oder Regeln – sie passiert über Beziehung. Ein Kind, das emotional hochdreht, braucht: Das heißt nicht, dass alles erlaubt ist. Aber es heißt, dass Verbindung immer vor Korrektur kommt. Gefühle benennen: Gesehen werden reguliert Einer der kraftvollsten bindungsorientierten Schritte ist es, Gefühle zu benennen – ohne sie wegzumachen. Sätze wie: Das wirkt, weil dein Kind merkt: Ich werde verstanden.Und verstanden zu werden beruhigt das Nervensystem. Wichtig: Du musst keine Lösung anbieten. Kein „Aber“. Kein „gleich ist es vorbei“. Bleib einfach da. „Wenn Gefühle Raum bekommen, müssen sie nicht mehr so laut sein.“ Struktur ist Bindung – gerade in turbulenten Zeiten Bindungsorientiert heißt nicht chaotisch. Im Gegenteil: Kinder brauchen Struktur, um sich sicher zu fühlen. Gerade jetzt sind Rituale Gold wert: Struktur gibt Halt, wenn innen alles durcheinander ist. Sie signalisiert: Die Welt ist verlässlich, auch wenn sie sich gerade aufregend anfühlt. Viele Eltern denken: „Ich muss jetzt flexibler sein, es ist ja Advent.“Bindungsorientiert dürfen wir sagen: Je mehr außen los ist, desto stabiler darf es innen sein. Co-Regulation: Du bist der Leuchtturm Kinder können sich nicht allein beruhigen. Das ist kein Defizit, das ist Entwicklung. Ihr Gehirn ist darauf ausgelegt, sich an einem erwachsenen Nervensystem zu orientieren. Co-Regulation bedeutet: Manchmal reicht es, einfach da zu sitzen. Eine Hand auf dem Rücken. Kein Reden. Keine Erklärung. „Dein ruhiger Körper sagt mehr als jedes pädagogische Konzept.“ Und ja – das ist schwer, wenn du selbst am Limit bist. Wenn dein Kopf rattert. Wenn du eigentlich selbst reguliert werden müsstest. Dann gilt: Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur da sein. Wenn du selbst erschöpft bist – ein bindungsorientierter Realitätscheck Bindungsorientierung heißt nicht Selbstaufgabe. Sie heißt nicht, immer geduldig zu sein oder alles auszuhalten. Wenn du merkst, dass du innerlich kochst, darfst du: Auch das ist Bindung. Authentisch. Echt. Menschlich. Viele Mütter funktionieren gerade in dieser Zeit nur noch. Und fühlen sich schuldig, wenn sie nicht gelassen bleiben. Hier eine wichtige Erinnerung:Ein erschöpfter Mensch kann kein dauerhaft regulierender Anker sein. Bindungsorientiert ist auch, deine Grenzen ernst zu nehmen. Weniger Kämpfe, mehr Verbindung Wenn Kinder emotional hochdrehen, kämpfen wir oft gegen das Symptom. Bindungsorientiert gehen wir eine Ebene tiefer. Wir fragen nicht:„Wie kriege ich das Verhalten weg?“ Sondern:„Was braucht mein Kind, um sich wieder sicher zu fühlen?“ Manchmal ist die Antwort: Und manchmal einfach nur Zeit. Ein letzter Gedanke für dich Wenn dein Kind in der Vorweihnachtszeit emotional explodiert, heißt das nicht, dass du versagt hast. Es heißt, dass dein Kind fühlt. Und dass du gerade gefragt bist, nicht als perfekter Mensch, sondern als präsente Mutter. Weniger Druck.Mehr Mitgefühl.Mehr Verbindung. Und vielleicht dieser eine Satz, der alles verändert:„Es ist gerade viel – und wir gehen da gemeinsam durch.“ Du musst das nicht allein tragen. Und dein Kind auch nicht.

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Entspannte Weihnachtszeit statt mama wahnsinn -Julia Geyer

Entspannte Weihnachtszeit statt Mama-Wahnsinn

Die Weihnachtszeit hat dieses besondere Versprechen: Wärme. Nähe. Besinnlichkeit. Und gleichzeitig fühlt sie sich für viele Frauen an wie ein innerer Dauerlauf. Die letzten Termine, Erwartungen, Basteln im Akkord, Dekorieren, Wichtel-Streiche, emotionale Spannungen, volle To-do-Listen – und irgendwo dazwischen du. Du atmest durch und denkst vielleicht: „ Wo bleibt dieses besinnliche Weihnachts-Feeling?“. Und dann geht’s schon wieder weiter. Du funktionierst. Du bist du müde. Gereizt. Dünnhäutig. Nicht, weil du undankbar bist, sondern weil du zu viel trägst. Fühl mal in dich hinein, wie wäre es, wenn ihr als Familie in der Weihnachtszeit enger zusammen rückt? Wenn Nähe mehr zählt, als der zwanghafte Perfektionismus beim nächsten Wichtelstreich? Gut oder? Dieser Artikel ist für dich, wenn du Weihnachten nicht perfekt machen willst, sondern echter und ruhiger erleben möchtest. Warum die Vorweihnachtszeit so stresst Die Adventszeit und Weihnachten ist als Familie eine spannende Zeit. Bei uns als Erwachsene erleben wir es im Guten, wie im weniger Guten. Weihnachten triggert mehr als Glühwein und Lichterketten. Es aktiviert Erinnerungen, alte Erwartungen, familiäre Dynamiken und hohen Erwartungen an uns selbst, als auch von unserem Umfeld. Für Kinder ist diese Zeit des Jahres genau so aufregend. Sie spüren zum einem unsere Emotionen und Gefühle und zum anderen lernen sie gerade mit ihren eigenen klar zu kommen. Und nebenbei noch die ganzen Sinneseindrücke wie blinkende Lichter, viele Menschen, andere Gerüche. Manche Kinder reagieren emotional stärker darauf, wie andere. Hier kann es schnell komplex werden, denn du möchtest ja für dein Kind eine tolle Adventszeit voller Erinnerungen schaffen, an die es sich später mal erinnert. Parallel läuft der Alltag trotzdem weiter. Und du versuchst, alles zusammenzuhalten und ein schönes Fest für alle zu gestalten. Viele Frauen, die ich begleite, sagen in dieser Zeit: „Ich funktioniere nur noch, aber innerlich bin ich leer.“ Das ist kein persönliches Versagen. Das ist eine logische Reaktion auf eine Zeit, die viel Nähe verspricht, aber oft zu wenig echte Entlastung bietet. Der wichtigste Perspektivwechsel: Es muss nicht alles „besonders“ sein. Es ist okay, wenn der Wichtel „nur“ Mal durch Puderzucker gelaufen ist oder die Stofftiere an den Esstisch gesetzt hat. Eine entspannte Weihnachtszeit beginnt nicht mit besserem Zeitmanagement. Sondern mit einer Entscheidung: Du darfst auswählen & Du musst nicht alles mitmachen. Frage dich ehrlich: Jedes bewusste Weglassen schafft Raum. Jedes bewusste Behalten schafft Klarheit. Für dich. Für echte Verbindung. Verbindung mit deiner Familie und das wird deinen Tank auffüllen. Kleine Rituale für mehr Freude Du brauchst keine Katalog-Weihnacht. Du brauchst verlässliche, einfache Inseln der Freude und auch Ruhe. Wichtig ist, dass es dich entspannt und nicht noch mehr erschöpft, daher hier kleine Impulse. Perfektion loslassen – das größte Geschenk Die Weihnachtszeit ist für Kinder intensiv. Vorfreude, Reizüberflutung, wenig Regulation. Statt dagegen anzukämpfen, hilft: Mehr dazu in meinen Blogartikel „Wenn Kinder emotional „hochdrehen“ – zusammen durch die intensive Vorweihnachtszeit“ . Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen anwesende. Und die können wir nur sein, wenn wir selbst nicht dauerhaft übergehen. Vielleicht ist das der schwierigste Teil: Aber genau dort entstehen echte Erinnerungen. Nicht im perfekten Moment, sondern im gemeinsamen Erleben. Wie sich eine stimmige Adventszeit wirklich anfühlt. Sie ist nicht ruhig wie im Katalog. Und nicht fröhlich wie in der Werbung. Sie ist menschlich, manchmal chaotisch, oft warm und ehrlich. Sie entsteht, wenn du dir oder ihr euch als Familie, erlaubst zu sagen: Und das heißt für dich als Mutter nicht: Du lebst in einer Zeit voller Anforderungen, und dein Wunsch nach Ruhe ist legitim. Wenn du dieses Jahr beginnst, dich selbst mitzudenken und nicht zu vergessen, veränderst du mehr als nur Weihnachten. Du schaffst Sicherheit. Für dich. Und für deine Familie. Wenn du merkst, dass dein Nervensystem gerade dauerhaft auf Alarm steht und du dir Begleitung wünschst, die alltagstauglich, traumasensibel und ohne Druck ist: Du darfst dir Unterstützung holen. Du musst da nicht alleine durch. Kontaktiere mich gerne über das Kontaktformular und hol dir dein Kennenlerngespräch ( für 0€). Ich wünsche dir und deiner Familie eine besinnliche Adventszeit. Deine Julia

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Dein neurodivergentes Kind im Winter und was du jetzt wissen darfst

Der Winter ist eine herausfordernde Zeit für viele Familien. War der Herbst doch bunt, genau so wie die Neurodiversität: Autismus, ADHS, Hochbegabung, Dyskalkulie, Legasthenie, Synästhesie, Tourette sind die geläufigsten Typen. Das Spektrum ist doch viel weiter und bunt wie ein Wald im Herbst, alle Spektren der Farben und Typen sind quasie vertreten. Der Winter ist eine farbloserre Jahreszeit, die uns innerlich ein bisschen spiegelt. Alles wird langsamer, ruhiger, reifer. Die Bäume sind kahl, sie haben losgelassen von dem was nicht mehr gebraucht wird. Und während ich diese Zeilen schreibe, denke ich: Wäre schön, wenn mein Nervensystem das auch so easy könnte. Vielleicht kennst du das , der Kalender sagt Winter, dein Körper sagt „Bitte eine Pause“, und dein Alltag schreit: „Haha, witzig. Weiter geht’s!“ 🙂 Du planst Indoor-Spielplatzbesuche, besucht Bastelveranstaltungen, wechselt von Matschhose auf Schneeanzug. Gerade, wenn du ein neurodivergentes Kind hast, fühlt sich Winter oft weniger nach „stiller Nacht“ und „ruhet der See“ an, mehr nach „Ich jongliere Christbaumkugeln, Termine über Termine, Alltagschaos und Lebkuchenduft und Gefühle, die größer sind als man selbst an. Dein neurodivergentes Kind im Winter Viele Mütter berichten mir, dass sie gerade im Winter die Herausforderungen zu nehmen. Mir ist es ganz wichtig zu sagen es liegt nicht an die und dein Kind ist auch nicht „schwierig“. Das liegt nicht daran, dass du etwas falsch machst. Oder dein Kind „schwierig“ ist. Oder du nicht genug gibst. Es liegt daran, dass Winter und alle saisonallen Gegebenheiten für neurodivergente Menschen oft: Und du bist nicht die einzige, die das merkt. Was du jetzt konkret tun kannst, um Winter sanfter zu gestalten Ich gebe dir hier mehrere traumasensible, alltagsnahe und wirklich funktionierende Impulse, keine Esoterik, kein Druck, kein „du musst nur…“. 1. Mach Übergänge kleiner Statt von „jetzt sofort“ zu „gleich“.Statt 30 Minuten – 5 Minuten.Statt 10 Aufgaben – 1 Aufgabe. Kleine Schritte beruhigen jedes Nervensystem. 2. Routine light statt Routine perfekt Neurodivergente Kinder brauchen Vorhersehbarkeit.Du brauchst Flexibilität.„Routine light“ verbindet beides. 3. Pufferräume einplanen Nicht als Luxus, sondern als Überlebensstrategie. 4. Reizreduktion zulassen Dunkle Räume.Leise Musik.Ja auch mal Rückzug statt „soziale Pflicht“. Ein Winter-Ritual für Eltern: Der Baum deiner Seele Lass uns gemeinsam ein kleines Ritual machen. Ein sanftes, einfaches, echtes. Vielleicht siehst du: Du musst nichts davon schönreden.Du musst nichts davon verstecken. aber auch Du darfst alles davon würdigen. Und du darfst verdammt stolz auf dich sein. Im Dezember Zauber versteckt sich Neues Der Dezember ist ein besonderer Monat. In seinen Zauber versteckt sich das Alte was war und das Neue was kommt. Denn aus Gerne begleite ich dich dabei, denn du musst das nicht alleine tragen.

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Dauerstress Stree für Kind Mama Mama Coaching Elternberatung Resilienz

Warum Dauerstress für dich UND dein Kind so gefährlich ist

Kennst du dieses Gefühl, wenn du morgens schon angespannt bist, bevor überhaupt jemand wach ist? Dein Herz schlägt etwas schneller, dein Atem ist flacher, du spürst diese innere Enge – und eigentlich möchtest du nur einen Moment Ruhe, bevor der Mama-Alltag wieder losgeht. Doch genau in diesem Moment spürst du: Da ist mehr los in deinem Körper, als nur „ein bisschen Stress“. Viele Mütter glauben, Stress gehört einfach dazu – zwischen Brotdosen, Job, Carearbeit und den emotionalen Bedürfnissen der Kinder. Doch Dauerstress ist nicht normal. Dauerstress ist ein Zustand, in dem dein Nervensystem ständig im Überlebensmodus hängt. Und was noch wichtiger ist: Er wirkt nicht nur auf dich, sondern auch auf deine Kinder. Denn Kinder regulieren ihre Gefühle über uns – über unsere Mimik, unsere Stimme, unseren Atem, unsere innere Ruhe. Wenn wir selbst kaum reguliert sind, haben auch sie es schwer. In dieser Einleitung möchte ich dir genau erklären, was Stress wirklich mit deinem Körper macht, warum er so gefährlich ist und wie er sich leise, aber deutlich in den Familienalltag einschleicht. Du erfährst, wie Stress das autonome Nervensystem aus dem Gleichgewicht bringt, warum du plötzlich dünnhäutiger wirst, schneller gereizt reagierst oder völlig erschöpft bist – obwohl du eigentlich funktionierst. Und du erfährst, weshalb Kinder in solchen Phasen häufiger wütend werden, klammern, unruhiger schlafen oder emotional „auffälliger“ wirken. Denn es ist nicht fehlende Erziehung. Es ist nicht mangelnde Geduld. Es ist nicht dein persönliches Versagen. Es ist Dysregulation. Und Dysregulation ist veränderbar. Gerade als Mama trägst du so viel, Verantwortung, Termine, Emotionen, Erwartungen. Dein Nervensystem läuft fast ständig im Alarmmodus, ohne echte Pausen. Und wenn du über Monate oder Jahre so weitermachst, wirkt sich dieser Dauerstress auf deine Gesundheit, deine Beziehungen, deine Energie, und natürlich auf deine Kinder, aus. Diese Einleitung soll dir Mut machen. Denn wenn du verstehst, was Stress im Körper wirklich auslöst, kannst du beginnen, ihn zu verändern. Traumasensibel, sanft, ohne Druck und in einer Tiefe, die dich und deine Familie langfristig stärkt. Warum Stress so gefährlich ist? Kurz gesagt: Stress lässt deinen Körper dauerhaft im Alarmzustand. Und das wirklich Gemeine: Du merkst es oft erst spät – weil du jahrelang gelernt hast zu funktionieren. Warum Dauerstress „leise gefährlich“ ist Stress zerstört keine Familie von heute auf morgen. Er macht’s schleichend. 1. Dein Körper läuft im Überlebensmodus Wenn du im Fight-or-Flight bist, kannst du: Warum? Weil dein Gehirn dich gerade „beschützen“ will – nicht „elternfähig“ machen. 2. Deine Reizschwelle wird extrem niedrig Ein Tropfen reicht – und du fühlst dich wie überschwemmt. Das ist keine Schwäche. Das ist Biologie. 3. Du verlierst den Zugang zu dir selbst Gefühle werden dumpf. Du bist viel im Autopilot. Du funktionierst, aber du lebst nicht. Und das tut nicht nur dir weh. Stress färbt ab – wie deine Kinder sich MIT dir regulieren (oder eben nicht) Das ist der Teil, der besonders bedenklich ist, meiner Meinung nach. Viele Familien spüren intuitiv spüren, dass da etwas dran ist. Kinder können sich nicht alleine regulieren. Sie brauchen uns zur Co-Regulation nicht perfekt, sondern präsent. Aber wenn du dauerhaft im Alarmmodus bist, passiert Folgendes:  1. Kinder spüren deine Anspannung, bevor du überhaupt etwas sagst Kinder sind wahre Nervensystem-Leser. Wenn dein Körper angespannt ist, werden ihre Nervensysteme ebenfalls wacher. Sie machen das nicht bewusst. Es ist ein biologisches Schutzprogramm. 2. Sie flippen schneller aus Wenn du nicht reguliert bist, sinkt auch ihre Regulation. Das zeigt sich in: Nicht, weil du „schlechte Mama-Arbeit“ oder „ schlechte Papa-Arbeit“ leistest, sondern weil Nervensysteme sich mitregulieren. 3. Streit, Stress und Überforderung schleichen sich in den Familienalltag Es entsteht ein stilles Muster: Du bist gestresst → die Kinder reagieren stärker → du wirst noch gestresster → alle sind dünnhäutig. Diese Spirale kann jede Familie treffen. Sie sagt nichts über deine Liebe aus. Warum das so ist? Die kurze Neuro-Erklärung Wenn du gestresst bist, ist dein sogenannter ventraler Vagus, also dein sozialer, verbindender Teil des Nervensystems, überlagert. Das bedeutet: Und jetzt das Wichtigste: Du bist nicht schuld. Du bist vielleicht überlastet, überreizt, alleingelassen, zu lange zu stark gewesen. Aber du bist nicht schuld. Du bist Mensch. Und genau deshalb darfst du dir Unterstützung holen. Was Stress mit dem Familienleben macht, wenn er nicht reguliert wird Die langfristigen Folgen können sein: Unregulierter Stress tut es und genau hier setzt meine traumasensible Arbeit an. Wenn du möchtest, dass dein Nervensystem wieder Ruhe findet Stell dir vor, du wirst wieder: Nicht, weil du dich mehr anstrengst. Sondern, weil dein Nervensystem wieder in der Lage ist, zu regulieren, für dich und für deine Familie. In meiner 1:1 Begleitung Mama Leuchtturm begleite ich dich: Damit du wieder atmen kannst. Damit deine Kinder wieder bei dir ankommen können. Damit euer Alltag wieder leichter wird. Wenn dein Nervensystem sich nach Entlastung sehnt, lass uns sprechen. Du musst nichts leisten. Du musst nichts vorbereiten. Du musst nicht stark sein. Du darfst einfach da sein. Hier geht’s zu Mama Leuchtturm – deiner 1:1 Begleitung

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mental load, Ruhe, Mutte Coaching, Resilienz Beraterin Julia Geyer

Mental Load und wie du langsam wieder zu dir selbst findest

Ein Praxisbericht aus der psychologischen Beratung für Frauen, die funktionieren, obwohl sie innerlich längst müde sind. Wenn der Tag endet, aber dein Kopf nicht zur Ruhe kommt Viele Frauen, die zu mir in die Beratung kommen, erzählen im ersten Gespräch eine ganz ähnliche Szene. Es ist spät am Abend, das Haus ist endlich ruhig, die Kinder schlafen, vielleicht läuft im Hintergrund eine Spülmaschine. Und sie selbst sitzt am Küchentisch, mit einem halbkalten Tee, den sie mehrfach vergessen hat zu trinken. Die Einkaufsliste fürs Wochenende liegt neben ihr, im Kopf planen sich die kommenden Termine wie von selbst weiter. Und mitten in dieser Stille taucht ein Gedanke auf, der sich schwerer anfühlt als alles andere: „Ich kann nicht mehr.“ Wie Mental Load sich anfühlt und warum er so oft übersehen wird Was bedeutet eigentlich Mental Load? Wenn wir über Mental Load sprechen, geht es nicht nur um das Wäschewaschen, Aufräumen oder den Einkauf, der noch schnell zwischendurch erledigt werden muss. Das alles gehört natürlich zum Alltag dazu und kann anstrengend sein. Wikipedia beschreibt es als „Belastung, die durch das Organisieren von Alltagsaufgaben entsteht, die gemeinhin als nicht der Rede wert erachtet werden und somit weitgehend unsichtbar sind.“ Doch der Kern des Mental Load liegt tiefer. Er beschreibt die unsichtbare, dauerhafte Denkarbeit, die vor allem Frauen und Mütter im Hintergrund leisten, damit das Familienleben überhaupt funktioniert. Gemeint ist die Verantwortung für all die kleinen und großen Dinge, die niemand sieht, die aber ständig im Kopf präsent sind. Wer braucht neue Schuhe. Welche Termine stehen in der Schule an. Wie lassen sich Arbeitszeit und Kinderbetreuung organisieren. Was kommt diese Woche auf den Tisch und mag das eigentlich jeder. Welche Unterlagen müssen sortiert, welche Anrufe noch erledigt werden. Und gleichzeitig laufen im Hintergrund all die emotionalen Prozesse mit – die Bedürfnisse der Kinder, die Stimmung in der Familie, die Sorge, an alles denken zu müssen, damit es allen gut geht. Diese mentale Last entsteht nicht erst beim Tun, sondern beim ständigen Mitdenken, Planen und Vorausfühlen. Sie hört nie wirklich auf. Selbst in Momenten, die eigentlich erholsam sein sollten, tickt im Kopf eine unsichtbare To-do-Liste weiter. Genau dieses Gefühl, nie wirklich abschalten zu können, führt auf Dauer zu Erschöpfung, innerer Unruhe und dem Empfinden, in einem endlosen Kreislauf festzustecken. Mental Load zeigt sich also nicht nur im vollen Terminplan, sondern vor allem in der dauerhaften Verantwortung, den Überblick zu behalten und die Familie zu tragen. Und genau diese unsichtbare Arbeit verdient Aufmerksamkeit – und Entlastung. Wie Mental Load sich anfühlt und warum er so oft übersehen wird Wenn du Mutter bist, berufstätig, viel Verantwortung trägst, emotional mit allen mitschwingst und ständig versuchst, allen gerecht zu werden, dann kennst du dieses Gefühl vielleicht. Es ist diese Mischung aus: Dieses stille „Ich funktioniere, aber ich lebe nicht mehr richtig“. Dieses erschöpfte, gleichzeitig rastlose Innere, das nie genug Schlaf bekommt, nie genug Pause hat und nie genug Raum findet, um wirklich runterzufahren. In einem früheren Artikel habe ich bereit darüber gesprochen, was es für Auswirkung haben kann: „Das passiert, wenn du nicht schläfst! Die 6 unterschätzten Konsequenzen„. Viele Frauen sagen dann im Gespräch zu mir, sowas wie Sabine* (3-fach Jungs-Mama, Lehrerin, *Name aus Diskretion geändert): „Ich mache alles. Und trotzdem habe ich das Gefühl, ständig hinterherzulaufen.“ Mental Load ist mehr als viele Aufgaben All das hat einen Namen. Mental Load. Ein Begriff, der so nüchtern klingt und gleichzeitig so viel umfasst. Mental Load beschreibt nicht einfach nur viele Aufgaben. Er beschreibt die unsichtbare, ständige gedankliche Arbeit, die Verantwortung, die Hinter-den-Kulissen-Arbeit, die emotionalen Mikroentscheidungen, die eine Frau Tag für Tag trifft, ohne dass jemand sie sieht. Es ist nicht die Frage, wer etwas tut – sondern wer daran denkt. Und sehr häufig bist das du. Warum gerade Mütter in die mentale Überlastung rutschen In meiner Praxis sehe ich immer wieder, wie sehr Mental Load Frauen belastet, ohne dass sie es zu Beginn überhaupt bemerken. Es beginnt schleichend. Vielleicht damit, dass du nachts wach wirst, weil dir plötzlich einfällt, dass morgen ein Ausflug in der Schule ist und du noch schnell einen Snack vorbereiten musst. Vielleicht damit, dass du am Ende des Tages nicht weißt, was du eigentlich geschafft hast, weil dein Kopf voller kleiner, unsichtbarer Aufgaben war. Vielleicht damit, dass du immer gereizter reagierst, obwohl du dir vornimmst, ruhiger zu bleiben. Wie Mental Load den Körper beeinflusst Viele Frauen, oft ohne es bewusst zu erkennen, haben schon als Kinder gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Empathisch zu sein. Erwartungen zu erfüllen. Friedensstifterin zu sein. Wenn du früh gelernt hast, zu funktionieren, dann ist es heute logisch, dass du schneller in den Mental Load rutschst. Nicht, weil du schwach bist, sondern weil du zu lange stark warst. Mental Load wirkt nicht nur im Kopf. Er wirkt im Körper. Frauen berichten von ständiger Müdigkeit, Verspannungen, Kopfschmerzen, Herzrasen, einem inneren Druck, der sich nicht lösen lässt. Manche fühlen sich emotional wie „abgeschaltet“, andere reagieren empfindlicher als früher. All das sind natürliche Reaktionen eines Nervensystems, das im Dauerstress feststeckt. Dein Körper ist nicht „falsch“. Er ist müde. Er ist überfordert. Und er zeigt dir, dass du Unterstützung brauchst, nicht mehr Leistung. Es ist nicht „zu wenig schaffen“, sondern zu viel tragen In der Beratung taucht häufig ein Moment der Erleichterung auf. Ein Moment, in dem eine Frau zum ersten Mal hört: „Du reagierst normal auf eine unnormale Belastung.“ Dieser Satz öffnet Türen. Er nimmt Druck. Er gibt Raum. Er macht sichtbar, dass du nicht versagst, sondern überlastet bist. Und dass es Wege gibt, wieder herauszufinden. Die Schritte, die wirklich helfen, sind selten radikal. Es geht nicht darum, dein Leben über Nacht umzubauen. Es geht darum, dein Nervensystem langsam wieder in einen Zustand zu begleiten, in dem du atmen kannst. In dem du dich wieder spürst. In dem du Dinge sortieren kannst, ohne zusammenzubrechen. Und genau daraus entstehen später die Schritte, die deinen Alltag leichter machen. Viele Frauen sind erstaunt, wie viel sich verändert, wenn man an der richtigen Stelle ansetzt. Nicht im Perfektionismus. Nicht an To-do-Listen. Sondern an der inneren Belastung. Es geht um kleine Momente

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unzufriedenheit im leben, mehr zufriedenheit

Wenn sich Unzufriedenheit still in unser Leben schleicht

Es gibt Tage, da fühlt sich alles ein bisschen grau an. Nicht schlimm, aber auch nicht leicht. Eine gewisse Schwere liegt in der Luft, vielleicht spürst du sie morgens schon, bevor du richtig wach bist. Du machst alles wie immer, funktionierst, lächelst… und doch ist da dieser leise Schatten. Unzufriedenheit. Unzufriedenheit kommt selten laut daher. Oft schleicht sie sich leise an – zwischen Terminen, Erwartungen und Vergleichen. Vielleicht, weil etwas nicht so läuft, wie du es dir erhofft hast. Oder weil du andere siehst, bei denen scheinbar alles leichter aussieht. Und ehe du dich versiehst, wird aus einem kleinen Zweifel ein Gefühl, das sich in deinem Inneren breitmacht. Warum Unzufriedenheit so anstrengend ist Unzufriedenheit ist wie ein feiner Riss im inneren Gleichgewicht. Manchmal spürst du ihn kaum und manchmal zieht er sich durch alles, was du tust. Sie wirkt nicht nur auf unsere Gedanken, sondern auch auf unseren Körper. Plötzlich schlafen wir schlechter, die Schultern sind angespannt, der Kopf voll. Denn Unzufriedenheit ist nicht nur ein Gedanke, sie ist Energie, die irgendwo hin will. Wenn wir sie nicht wahrnehmen, sucht sie sich ihren Weg: durch Gereiztheit, Rückzug oder Erschöpfung. Und irgendwann fragen wir uns: „Warum fühle ich mich eigentlich so leer, obwohl doch alles in Ordnung scheint?“ Woher kommt sie und warum bleibt sie so hartnäckig? Oft liegt der Ursprung dort, wo wir glauben, nicht genug zu sein. Nicht schön genug, nicht erfolgreich genug, nicht ruhig genug, nicht schnell genug. Wir vergleichen uns, mit anderen oder mit einem Ideal, das wir nie ganz erreichen. Social Media, die Bilder von scheinbar perfekten Leben, Erwartungen von außen. All das kann wie ein Verstärker wirken. Doch die lauteste Stimme ist meist unsere eigene. Die, die flüstert: „Du hättest dich mehr anstrengen müssen. Andere schaffen das doch auch.“Und so beginnen wir, an uns zu zweifeln, statt liebevoll zu sehen, was wir Tag für Tag leisten. Was, wenn wir den Blick verändern? Stell dir vor, du würdest für einen Moment aufhören, dich zu vergleichen. Du würdest nicht fragen, was fehlt, sondern was schon da ist. Vielleicht spürst du dann: Zufriedenheit ist gar kein Ziel – sie ist ein Gefühl, das sich zeigt, wenn wir aufhören, gegen uns zu kämpfen. Zufriedenheit ist still. Sie braucht keine großen Worte und keine Erfolge, um da zu sein. Sie zeigt sich in kleinen Momenten:in einem tiefen Atemzug,in einem ehrlichen Gespräch,im warmen Licht am Nachmittag,in dem Gefühl, dass du gerade genug bist. Wenn du dir erlaubst, im Hier und Jetzt zu sein, merkst du oft: Das, was dich sorgt oder antreibt, liegt in einer anderen Zeit – in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Doch dieser Moment, genau jetzt, ist der einzige, in dem du Frieden spüren kannst. Unzufriedenheit als Kompass Manchmal ist Unzufriedenheit auch ein Zeichen. Sie zeigt dir, dass etwas nicht mehr zu dir passt: ein Umfeld, ein Gedanke, ein alter Anspruch. Dann darf sie da sein, um dich daran zu erinnern, dass Veränderung möglich ist.Aber sie sollte dich nicht dauerhaft treiben. Denn wenn sie zu viel Raum bekommt, raubt sie dir die Freude an dem, was längst gut ist. Zufriedenheit hingegen schenkt dir Boden unter den Füßen. Sie ist kein Stillstand, sondern eine Basis. Von hier aus kannst du wachsen, dich entwickeln, ohne ständig das Gefühl zu haben, hinterherzulaufen. Vielleicht magst du dir heute diese Frage stellen: Wann hast du dich das letzte Mal wirklich zufrieden gefühlt, nicht, weil alles perfekt war, sondern weil du einfach da warst?Und was könntest du tun, um diesem Gefühl wieder ein bisschen näher zu kommen? Vielleicht weniger vergleichen.Vielleicht öfter innehalten.Vielleicht dir selbst danken – für all das, was du Tag für Tag gibst. Zufriedenheit ist nichts, das man erreichen muss.Sie ist da.Leise. Wartend.Und manchmal braucht sie nur deine Erlaubnis, wieder Platz zu nehmen. Kleine Atemübung für mehr Zufriedenheit Manchmal braucht es keinen großen Schritt, sondern nur einen Moment, um zurück ins Gleichgewicht zu finden.Diese einfache Atemübung kannst du überall machen, morgens, zwischendurch im Alltag oder abends, bevor du schlafen gehst. So geht’s: Wenn du magst, kannst du dir dabei innerlich sagen: Ich atme ein – ich bin hier.Ich atme aus – ich darf loslassen. Schon nach wenigen Atemzügen spürst du oft, wie sich etwas in dir beruhigt.Diese wenigen Minuten können ein kleiner Anker sein mitten im Alltag, wenn Unzufriedenheit oder Druck sich bemerkbar machen. Zum Schluss: Eine Einladung Wenn du spürst, dass Unzufriedenheit in deinem Leben zu viel Raum bekommt und du dir mehr innere Ruhe, Klarheit und Selbstvertrauen wünschst, dann lass uns sprechen. In einem kostenlosen Kennenlerngespräch hast du die Möglichkeit, mir zu erzählen, wo du gerade stehst und was dich beschäftigt. Gemeinsam schauen wir, wie ich dich auf deinem Weg unterstützen kann – einfühlsam, klar und ohne Druck. Denn manchmal braucht es nur ein Gespräch, um den ersten Schritt in eine neue Richtung zu gehen.Einen Schritt hin zu mehr Zufriedenheit. Mit dir selbst und deinem Leben. Denn Zufriedenheit beginnt nicht mit großen Entscheidungen.Sondern mit einem Moment, in dem du sagst: Ich darf mich jetzt gut fühlen.

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Neustart für Kopf und Seele

Herbst als Neustart für Kopf und Seele – warum der Herbst deine Psyche wirklich beeinflusst

Kennst du das? Wenn die Tage kürzer werden, die Luft frischer wird und die Bäume langsam ihr buntes Kleid anlegen, dann spüren wir: Der Herbst ist da. Und vielleicht merkst du es sofort – deine Stimmung verändert sich. Es ist, als würde dein Inneres leiser, nachdenklicher, manchmal auch ein bisschen schwerer. Schon die alten Philosophen haben den Wechsel der Jahreszeiten als Spiegel unserer Seele beschrieben. Aristoteles sah den Menschen immer in enger Verbindung mit der Natur, Seneca sprach davon, dass „alles seine Zeit hat“, und Goethe nannte die Natur „die einzige wahre Künstlerin“. Vielleicht spürst du genau das im Herbst: die Einladung, still zu werden und dein Leben neu zu betrachten. Warum der Herbst dich besonders sensibel macht Vielleicht fragst du dich: Warum zieht mich der Herbst so nach innen? Warum werde ich melancholisch, obwohl es doch eigentlich eine schöne, farbenfrohe Jahreszeit ist? Der Grund liegt in uns selbst. Mit weniger Sonnenlicht verändert sich unsere Hormonlage. Der Serotoninspiegel sinkt – das „Glückshormon“ wird weniger produziert und gebunden. Für Hochsensible ist das oft besonders spürbar. Du nimmst feine Schwingungen schneller wahr: die Kälte in der Luft, das frühe Dunkelwerden, die stilleren Straßen. Aber: Genau diese Empfindsamkeit kann zu einer Stärke werden. Denn während andere einfach nur „müde“ in den Herbst stolpern, hast du die Fähigkeit, diese Jahreszeit bewusst als inneren Anker zu nutzen. „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ -Goethe Herbst als Spiegel – und Chance zur Reflexion Seneca erinnerte uns: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“Genau hier kommt der Herbst ins Spiel. Während der Sommer dich nach draußen zieht, dir Fülle und Aktivität schenkt, ist der Herbst die Jahreszeit der Besinnung. Stell dir den Kreislauf der Natur vor: Die Bäume lassen los, was sie nicht mehr brauchen. Sie werfen ihre Blätter ab, um Kraft zu sparen und Neues vorzubereiten. Und du? Du darfst dir dieselbe Frage stellen: Viele Menschen kennen das Gefühl des „September Reset“. Vielleicht erinnerst du dich an früher: Der Schulbeginn nach den Ferien, der Neustart mit frischen Heften und Plänen. Genau dieses Gefühl kannst du bewusst für dich nutzen – auch als Erwachsene. Dein innerer Herbst-Check: Fragen für deine Seele Damit du nicht nur theoretisch nachdenkst, sondern wirklich ins Spüren kommst, hier ein paar Fragen, die dir helfen können: Mach dir eine Tasse Tee, nimm ein Notizbuch und schreibe dir deine Antworten auf. Dieses Ritual allein kann schon enorm befreiend sein. Rituale für einen bewussten Herbst Die Melancholie dieser Jahreszeit muss kein Gegner sein. Du kannst sie bewusst umwandeln. Hier ein paar Ideen: Dem Herbstblues und Winterblues vorbeugen Natürlich hat der Herbst auch seine Schattenseiten: Müdigkeit, Rückzug, innere Schwere. Doch genau da kannst du gegensteuern. Herbst als Zeit der Visionen Wenn der Sommer die Zeit des „Tuns“ war, dann ist der Herbst die Zeit des „Träumens“. Jetzt kannst du deine Visionen für die kommende Zeit klarer sehen. Frag dich: Mach dir kleine Etappenziele. So fühlt sich der Herbst nicht schwer, sondern richtungsweisend an. Fazit: Dein persönlicher Herbst-Neustart Der Herbst ist mehr als eine Jahreszeit. Er ist ein Spiegel. Er erinnert dich daran, dass Loslassen genauso wertvoll ist wie Neubeginn. Er schenkt dir Tiefe. Er fordert dich heraus, dich selbst ehrlich anzuschauen. Er lädt dich ein, dein Leben bewusster zu gestalten. Oder, wie Goethe sagte: „Die Jahreszeiten sind die wahren Architekten unseres Lebens.“Nutze also diesen Herbst, um deine eigenen inneren Räume neu zu bauen – warm, klar und voller Kraft. Mein Tipp für dich: Mach dir einen kleinen „Herbst-Plan“ Schreib drei Dinge auf, die dich durch die nächsten Wochen tragen werden. Hänge die Liste sichtbar auf. Und erinnere dich daran: Melancholie ist kein Gegner, sie kann dein Motor für Veränderung sein. Willst du mehr Informationen oder bist selbst im Herbst-Blues? Dann buche dir ein kostenloses Kennenlerngespräch – 20 Minuten für dich.

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Der Ultimative Narzissmus Guide

Narzissmus und Hochsensibilität: Der ultimative Guide

Das Zusammenspiel von Narzissmus und Hochsensibilität wirkt auf den ersten Blick paradox und genau deshalb ist es ein Thema, das viele Menschen bewegt. Ich habe dazu bereits einen Artikel bei „Freundin“ veröffentlicht. Narzisstische Persönlichkeiten gelten als selbstbezogen, kontrollierend und oftmals verletzend im Umgang mit anderen. Hochsensible Menschen hingegen nehmen Emotionen intensiver wahr, reagieren besonders feinfühlig auf Stimmungen und neigen dazu, Konflikte sehr tief zu empfinden. Kommen diese beiden Pole aufeinander, entsteht eine Dynamik, die für hochsensible Menschen herausfordernd ( und manchmal sogar zerstörerisch) sein kann. Auf Wikipedia wird Narzissmus so beschrieben: „die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt“. Warum ist dieses Thema so wichtig? Weil Betroffene oft lange nicht verstehen, was in ihren Beziehungen passiert. Sie suchen die Schuld bei sich selbst, fühlen sich „zu empfindlich“ oder „nicht stark genug“. Gleichzeitig wirkt der Narzissmus des Gegenübers so dominant, dass die eigenen Grenzen verschwimmen. Gerade in Partnerschaften, Familien oder am Arbeitsplatz kann das zu tiefen seelischen Verletzungen führen. Warum bin ich in der Thematik so tief drin? Ich war selbst jahrelang, besser Jahrzehnte lang in diesen Spiel drin. Genau deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung was es wirklich bedeutet. Heute begleite ich meine Klienten:innen dabei durch diese herausfordernde Zeit zu gehen, damit sie sich wieder spüren. Dieser Artikel ist für dich, wenn du dich fragst: Hier findest du die ultimative Anleitung: von den psychologischen Grundlagen über praxisnahe Beispiele bis hin zu klaren Strategien für den Alltag. Dieser Guide ist dein Eckpfeiler, wenn du tiefer verstehen möchtest, wie Narzissmus und Hochsensibilität zusammenhängen und wie du einen gesunden Umgang damit findest. Sidefact: Jeder kann Opfer narzisstischer Gewalt werden, nicht nur Hochsensible. Die Grundlagen rund um Narzissmus und Hochsensibilität Was ist Narzissmus? Narzissmus ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das auf einem Spektrum vorkommt. In gesunder Ausprägung bedeutet es Selbstbewusstsein, Durchsetzungsstärke und ein stabiles Selbstwertgefühl. Problematisch wird Narzissmus, wenn er pathologische Züge annimmt. Dann sprechen Fachleute von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS). Betroffene zeigen übermäßiges Bedürfnis nach Bewunderung, mangelnde Empathie und ein starkes Kontrollbedürfnis in Beziehungen. Was ist Hochsensibilität? Hochsensibilität (HSP = Highly Sensitive Person) beschreibt keine Störung, sondern eine Persönlichkeitsausprägung. Hochsensible Menschen verarbeiten Reize intensiver, nehmen emotionale Schwingungen stärker wahr und reagieren schneller auf subtile Veränderungen in ihrer Umgebung. Schätzungen zufolge betrifft Hochsensibilität etwa 15–20 % der Bevölkerung. Was ist Narzissmus NICHT? Narzissmus ist nicht gleichbedeutend mit Selbstliebe. Echte Selbstliebe ist gesund und stabilisiert Beziehungen. Pathologischer Narzissmus hingegen ist geprägt von Unsicherheit, die hinter einer Fassade aus Überlegenheit verborgen wird. Ebenso wenig ist jede selbstbewusste oder durchsetzungsstarke Person automatisch narzisstisch. Wann spielt das Zusammenspiel eine Rolle? Vor allem in engen Bindungen: Partnerschaften, Familienbeziehungen, Freundschaften und beruflichen Konstellationen. Überall dort, wo Nähe entsteht, prallen narzisstische Kontrollmuster und hochsensible Feinfühligkeit besonders stark aufeinander. Für wen ist das Thema relevant? Relevant ist es für alle, die sich in Beziehungen immer wieder erschöpft, abgewertet oder emotional ausgelaugt fühlen und dabei oft hochsensibel reagieren. Auch für Angehörige oder Kolleg:innen kann Wissen über diese Dynamiken wertvoll sein, um das Verhalten besser einordnen zu können. Arten von Narzissten – oft anders als gedacht In der Psychologie gibt es keine offiziell anerkannten „Unterarten“ von Narzissten im klinischen Diagnosesystem, aber in Forschung und Praxis haben sich verschiedene Narzissmus-Stile etabliert, die sehr hilfreich sind, um Menschen besser zu verstehen. 1. Grandioser (offener, exhibitionistischer) Narzisst Außenwirkung: selbstsicher, dominant, charismatischInnenwelt: fragiles Selbstwertgefühl, starke Abhängigkeit von Bewunderung Merkmale Beziehungsmuster Typischer innerer Satz „Ich bin besonders und andere müssen das anerkennen.“ 2. Vulnerabler (verdeckter, hypersensibler) Narzisst Außenwirkung: schüchtern, sensibel, unsicherInnenwelt: starke Grandiositätsfantasien, tiefe Kränkbarkeit Merkmale Beziehungsmuster Typischer innerer Satz „Ich bin eigentlich etwas Besonderes, aber niemand sieht es.“ 3. Maligner Narzisst – dieser Typ ist besonders destruktiv Außenwirkung: charmant, intelligent, einschüchterndInnenwelt: Machtorientierung, geringe Schuld- oder Reuefähigkeit Kombination aus Narzissmus + antisozialen + sadistischen Zügen Merkmale Beziehungsmuster Typischer innerer Satz „Andere existieren, um benutzt zu werden.“ 4. Kommunaler Narzisst Außenwirkung: hilfsbereit, moralisch überlegen, „guter Mensch“Innenwelt: Bedürfnis nach Bewunderung für Selbstlosigkeit Merkmale Beziehungsmuster Typischer innerer Satz „Ich bin besser als andere, weil ich besser bin.“ 5. Zerebraler Narzisst Außenwirkung: intellektuell überlegen, distanziertInnenwelt: Selbstwert basiert fast ausschließlich auf Intelligenz Merkmale Beziehungsmuster Typischer innerer Satz „Ich bin überlegen, weil ich klüger bin.“ 6. Somatischer Narzisst Außenwirkung: attraktiv, körperbetont, sexuell selbstbewusstInnenwelt: Angst vor Wertlosigkeit ohne äußere Attraktivität Merkmale Beziehungsmuster Typischer innerer Satz „Ich bin wertvoll, solange ich begehrt werde.“ 7. Narzisst mit kompensatorischer Struktur Außenwirkung: übertrieben selbstbewusstInnenwelt: tiefes Minderwertigkeitsgefühl Merkmale Beziehungsmuster Wie Narzissmus entsteht – frühe Entwicklung und innere Dynamik Narzissmus entsteht nicht aus übermäßiger Selbstliebe, Egoismus oder bewusster Rücksichtslosigkeit. Er entwickelt sich als psychische Anpassung an emotionale Unsicherheit und frühen Mangel. Im Kern steht kein stabiles, sondern ein fragiles Selbstwertgefühl. Der Mensch erlebt innerlich früh, dass er nicht selbstverständlich wertvoll ist, sondern etwas darstellen, leisten oder erfüllen muss, um gesehen zu werden. Die Wurzeln dieser Dynamik liegen meist in der frühen Kindheit. In den ersten Lebensjahren ist ein Kind vollständig auf seine Bezugspersonen angewiesen, nicht nur körperlich, sondern vor allem emotional. Für eine gesunde Entwicklung braucht es Resonanz, Spiegelung und die Erfahrung, mit all seinen Gefühlen angenommen zu sein. Wird das Kind in Freude begleitet und in schwierigen Gefühlen gehalten, entsteht nach und nach ein inneres Gefühl von Sicherheit. Das Selbst stabilisiert sich von innen heraus. Fehlt diese emotionale Verfügbarkeit oder ist sie unzuverlässig, beginnt das Kind, sich anzupassen. Es lernt sehr früh, welche Anteile von ihm erwünscht sind und welche nicht. Manche Kinder erfahren Zuwendung vor allem dann, wenn sie leistungsstark, angepasst, fröhlich oder besonders sind. Andere erleben emotionale Vernachlässigung, Abwertung oder subtile Beschämung. In beiden Fällen entsteht eine innere Spaltung zwischen dem erlebten Selbst und dem gezeigten Selbst. Das Kind entwickelt ein funktionales Selbst, das darauf ausgerichtet ist, Anerkennung zu sichern und Ablehnung zu vermeiden. Eigene Bedürfnisse, Verletzlichkeit und Abhängigkeit werden verdrängt oder abgespalten, weil sie als gefährlich für die Bindung erlebt werden. Dieses angepasste Selbst bildet den Kern narzisstischer Strukturen. Es ist nicht Ausdruck von Authentizität, sondern ein Schutzmechanismus, der dem emotionalen Überleben dient. Besonders prägend sind Konstellationen, in denen Eltern ihre eigenen Bedürfnisse unbewusst auf das Kind übertragen. Das Kind wird dann nicht um seiner selbst willen gesehen,

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